Vita

 

Ich, Eva Maria Günschmann, geborene Götz, wuchs in Baiersbronn im Schwarzwald auf. Mit 7 Jahren begann ich auf Wunsch meiner Mutter Klavier zu spielen. Als ich 13 Jahre alt war, zog meine Familie nach Weingarten bei Karlsruhe und ich ging ins Helmholtz-Gymnasium in Karlsruhe. Dort hatte ich Musik als Hauptfach, sang viele Jahre zuerst im großen philharmonischen Chor und später im Kammerchor unter Reinhard Kretschmann, wo wir auf hohem Niveau die großen Chorwerke und viele großartige Kompositionen sangen.

Nach dem Abitur studierte ich an der Musikhochschule Karlsruhe Musik für das Lehramt an Gymnasien. Ich hatte das Hauptfach Klavier und studierte es bei der argentinischen Pianistin Carmen Piazzini. Nach umfangreichen Studien in Dirigieren, Harmonielehre, Musikgeschichte, Klavierpädagogik und Gesang schloß ich das Studium mit dem 1.Staatsexamen ab.

Prägende Komponisten waren für mich Bach, Beethoven, Brahms, Schumann v.a. in ihrer Instrumentalmusik, Schuberts Liederzyklen, später Mahler mit seinen Symphonien und Liedern.

Parallel zum Studium an der Hochschule erlernte ich Belcanto-Singen bei dem italienischen Bariton Scipio Colombo in Gernsbach. Er gab mir diese Stimmtechnik weiter und verwies mich auf die alte Belcantozeit in Italien. Er selbst hat eine eindrucksvolle Vita, eine internationale Karriere und einige bedeutende Uraufführungen gesungen, so z.B. Peter Grimes von Britten, Die Liebe zu den drei Orangen von Prokofiev und Les Carmélites von Poulenc an der Mailänder Scala.

Nachdem ich zunächst in Konzerten sang, v.a. Kirchenmusik, wurde mir klar, daß mein Singen nach einem weiteren Ausdrucksmittel verlangte: meinem Körper. Ich belegte an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart den Aufbaustudiengang Oper und erlernte dort , was mir bis heute bei meiner Kunst hilft. Wichtige Mentoren waren Klaus Nagora und Kathrin Prick.

Mein erstes Engagement führte mich nach Linz: In Tschaikowskys Eugen Onegin sang ich die Olga, Piotr Beczala sang wunderschön den Lenski.

Die nächste Station war ab 1997 Pforzheim, wo ich mein Debut als Octavian im Rosenkavalier hatte. Von der Zeitschrift „Opernwelt“ wurde ich dafür zur Nachwuchskünstlerin des Jahres 1998 nominiert.

Nach drei Jahren ging ich von dort an das Stadttheater Trier (2001-2010), wo ich u.a. die Ulrica (Un ballo in maschera), Dido (Dido and

Aeneas), Waltraute und Fricka (Walküre), Dorabella (Così fan tutte), Isabella (Italienerin in Algier)

und die Carmen sang, auch Uraufführungen von Werken von S.Matthus (Die unendliche Geschichte) und M.Gurlitt (Eine nordische Ballade), die damals im Radio übertragen wurde.

2006 erhielt ich die Trierer Theatermaske für herausragende Leistungen. Auch bei den dortigen Antikenfestspielen war ich auf der Bühne, z.B. als Ismene in Orffs Antigone, womit wir auch auf den Orff-Festspielen in Andechs gastierten, außerdem u.a. in Ariadne auf Naxos, Norma und zuletzt in Boitos Nerone.

Seit der Spielzeit 2010/11 gehöre ich zum Ensemble des Theaters Krefeld-Mönchengladbach.

2013 erhielt ich dort den Theateroscar als „beste Sängerin der Spielzeit“ (Leserpreis der RheinischenPost).

Ich sang und singe dort wunderbare Rollen!

Z.B. Eboli (Don Carlo), Fürstin (Suor Angelica), Prinz

Orlofsky (Die Fledermaus ), Barbara (Katja Kabanowa ), Octavian (Rosenkavalier), Niklaus/Muse/Mutter (Les Contes d’Hoffmann), Orfeo (Orfeo ed Euridice), Fenena (Nanucco), Mutter (Hänsel und Gretel), Gertrud (Hamlet), Mère Marie de l’Incarnation (Poulenc)…

Diese Rollen erweiterten meine stimmlichen Fähigkeiten. Zunehmend sang ich auch höhere Partien und Zwischenfachpartien: über Adalgisa (Norma), Adriano (Rienzi), Santuzza (Cavalleria rusticana) bis Ortrud (Lohengrin) war eine stringende Entwicklung möglich.

Einspringer an anderen Häusern, u.a. Mainz, Dortmund und Bonn mit Carmen, Octavian und Adalgisa gaben mir erfrischende Impulse.

Ein sehr eindrucksvolles Erlebnis war das Gastspiel unseres gesamten Musiktheaters auf der estländischen Insel Saaremaa im Juli 2017, wo ich die Ortrud im Lohengrin und die Ulrica im Maskenball singen konnte!

In der aktuellen Spielzeit 2019/2020 habe ich aufregende Aufgaben:

In Strauss‘ Salome erwartet mich die exzentrische Herodias,

in Dvoráks Rusalka darf ich sowohl Jezibaba als auch die fremde Fürstin an einem Abend singen…

Ich liebe es, Figuren zum Leben zu erwecken, mit meinem Körper, meiner Stimme ihre Seelenräume zu erschließen und auf der Bühne diese Figuren zu sein…wenn ich dadurch Menschen bewege und glücklich machen kann, ist das das Höchste, was ich erreichen kann.