{"id":713,"date":"2023-10-21T18:56:25","date_gmt":"2023-10-21T16:56:25","guid":{"rendered":"https:\/\/eva-guenschmann.de\/?p=713"},"modified":"2023-10-21T19:10:25","modified_gmt":"2023-10-21T17:10:25","slug":"aida-in-stefan-heuckes-aida-5-akt-libretto-ralph-koehnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eva-guenschmann.de\/?p=713","title":{"rendered":"&#8222;Aida&#8220; in Stefan Heuckes &#8222;AIDA 5. Akt&#8220; \/ Libretto: Ralph K\u00f6hnen"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"western\">G\u00fcnschmanns Aida grenzt an eine Offenbarung!<\/h2>\n<p class=\"western\">&#8222;&#8230;Mit jugendlich-dramatischer Attacke wirft sie sich in die f\u00fcr einen Mezzo recht hoch notierte Partie. Da ist geballte Leidenschaft am Werk. <strong style=\"font-size: 16px;\">G\u00fcnschmanns Aida, eine starke Frau voller Zorn und Liebe. Rafael<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\"><strong style=\"font-size: 16px;\">Bruck verk\u00f6rpert den Radames darstellerisch hoch engagiert und vokal achtbar.<\/strong><span style=\"font-size: 16px;\">&#8222;<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-family: 'courier new', courier, monospace;\">Michael Kaminski, concerti, 05.09.2023<\/span><\/p>\n<p>mit <strong>Raphael Bruck<\/strong> (Radames), <strong>Giovanni Conti<\/strong> (musikalische Leitung),<strong> Dennis Kraus<\/strong> (Inszenierung \/ Kost\u00fcme), <strong>Ulrike Aistleitner<\/strong> (Dramaturgie)<\/p>\n<p>ngg_shortcode_0_placeholder<span style=\"font-family: 'courier new', courier, monospace; font-size: 10pt;\">Foto: <strong>Matthias Stutte<\/strong><\/span><\/p>\n<h2 class=\"western\">Theater mit Mut zum Anspruch!<\/h2>\n<p class=\"western\"><cite>Armin Kaumanns, Rheinische Post, 05.09.2023<\/cite><\/p>\n<p>Stefan Heuckes Kammeroper verl\u00e4ngert Verdis Klassiker ins Heute. Dennis Krau\u00df inszeniert geometrisch intensiv.<\/p>\n<p>\u201eDie Weltkriegsbunker sind so etwas wie die Pyramiden von heute.\u201c Wohl auch mit einem Augenzwinkern begr\u00fc\u00dft Bernhard Petz als Hausherr die G\u00e4ste im seinem Bunker G\u00fcdderath zur Premiere und Urauff\u00fchrung von Stefan Heuckes Kammeroper ,,Aida \u2013 der f\u00fcnfte Akt\u201c. Schlie\u00dflich spielt die Geschichte da, wo Giuseppe Verdis Oper aufh\u00f6rt: Aida und Radames, lebendig begraben im Bauch der Pyramide. Es wird ein ber\u00fchrender, ein in seinen Unw\u00e4gbarkeiten, Widerspr\u00fcchen, Ambivalenzen irritierender Abend, der vom Publikum geradezu begeistert aufgenommen wird. Und nat\u00fcrlich tr\u00e4gt die gespenstische Location ihren Teil bei zum intensiven Mit-Erleben der im Grunde hoffnungslosen Geschichte. &#8230; Beide Partien sind schwer. Beide S\u00e4nger sind dauernd auf der B\u00fchne, K\u00f6hnen hat ein wortreiches Libretto verfasst. Dennoch schafft es Heucke als Meister der Vokalkomposition, alles singbar und ausdrucksstark umzusetzen. <strong>G\u00fcnschmann wie Bruck gestalten bravour\u00f6s, immer getragen von der umsichtigen und \u00e4u\u00dferst pr\u00e4zisen Leitung von Giovanni Conti.<\/strong> Der junge Kapellmeister dirigiert das im Dunkel sitzende Orchester \u00fcber die K\u00f6pfe der Zuschauer von einer rund 20 Meter gegen\u00fcberliegenden Empore aus. ,,Aida \u2013 der f\u00fcnfte Akt\u201c ist f\u00fcr diesen Raum, f\u00fcr diese S\u00e4nger entstanden. Und hat mit Dennis Krau\u00df einen Regisseur, B\u00fchnenbildner und Ausstatter, der f\u00fcr die extrem fokussierte Spielsituation einen klaren Raum schafft, in dem die Akteure gl\u00e4nzen k\u00f6nnen. [\u2026] Ein widerst\u00e4ndiger Ort, der selbst in seiner fortschreitenden Dekonstruktion f\u00fcr Konflikt, Vers\u00f6hnung, Verzweiflung und Hoffnung stehen kann.<\/p>\n<p>[\u2026] Heuckes Kammerspiel r\u00fcckt dem Publikum sehr nah, r\u00e4umlich, akustisch, in seinem Gehalt, der wie nebenbei die gro\u00dfen Fragen der Menschheit und die Verwerfungen unserer Tage thematisiert. Zur Saisoner\u00f6ffnung setzt das Haus von Intendant Michael Grosse ein vernehmliches Zeichen f\u00fcr ein Theater mit Mut zum Anspruch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 class=\"western\">Zwei ganz hervorragende Darsteller!<\/h2>\n<p><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif;\"><em><cite>Markus Lamers, Der Opernfreund, 05.09.2023<\/cite><\/em><\/span><\/p>\n<p>Sicherlich kennt jeder Opernfreund Giuseppe Verdis Oper Aida, die damit endet, dass der des Hochverrats beschuldigte Radam\u00e8s unter einem Tempel lebendig begraben wird.&nbsp; Zuvor hatte sich bereits seine Geliebte Aida in die Gruft geschlichen, um hier die letzten Stunden des Lebens gemeinsam mit Radam\u00e8s zu verbringen. Doch was passiert in diesen letzten Stunden vor dem Tod wirklich?<\/p>\n<p>Diese Frage besch\u00e4ftigte den Komponisten Stefan Heucke bereits als siebenj\u00e4hriger Junge, nachdem er eine Auff\u00fchrung der Aida in der Stuttgarter Staatsoper besuchte, was gleichzeitig sein erster Opernbesuch \u00fcberhaupt war. [\u2026] Und in der Tat eignet sich die Location sehr gut f\u00fcr diese Geschichte, denn als Zuschauer erlebt man hier einen fast schon immersiven Theaterabend in einer ganz besonderen Atmosph\u00e4re.&nbsp;Das deutsche Libretto stammt von Ralph K\u00f6hnen, dem es gelungen ist, die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren in rund 70 Minuten spannend weiter zu erz\u00e4hlen. Eine Mischung aus Liebe, Zweifel, Hoffnung und Verzweiflung (aufgelockert in der zweiten Szene durch einen kurzen R\u00fcckblick in die Kindheit der beiden) in klaren, teilweise aber auch poetischen Worten, l\u00e4sst den Zuschauer aufmerksam bei der Sache bleiben. <strong>Vorteilhaft hierbei auch die gute Textverst\u00e4ndlichkeit durch die Mezzosopranistin Eva Maria G\u00fcnschmann als Aida und dem Bariton Rafael Bruck als Radam\u00e9s. Zwei ganz hervorragende Darsteller, denen es in diesem Fall auch zu Gute kommt, dass diese Oper speziell f\u00fcr ihre Stimmen geschrieben wurde.<\/strong> Das ist musikalisch eindrucksvoll und dem am Ende fast 10min\u00fctigen Beifall allemal wert. Beide sind in dieser Kammeroper zuvor 70 Minuten im Dauereinsatz, denn das Libretto ist schon extrem wortreich angelegt. \u2026 Mit der Urauff\u00fchrung von \u201eAida \u2013 Der f\u00fcnfte Akt\u201c zeigt das vergleichsweise kleine Theater Krefeld-M\u00f6nchengladbach einmal mehr, dass es im Musiktheater auch spannende Abende abseits des \u00fcblichen Repertoire zu entdecken gibt. Hierf\u00fcr geb\u00fchrt allen Verantwortlichen gro\u00dfer Respekt. Ein Besuch der Vorstellung im Bunker G\u00fcdderath ist ein sicherlich nicht allt\u00e4glicher Theaterabend, der lange im Ged\u00e4chtnis bleiben wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00fcnschmanns Aida grenzt an eine Offenbarung! &#8222;&#8230;Mit jugendlich-dramatischer Attacke wirft sie sich in die f\u00fcr einen Mezzo recht hoch notierte Partie. Da ist geballte Leidenschaft am Werk. G\u00fcnschmanns Aida, eine starke Frau voller Zorn und Liebe. Rafael Bruck verk\u00f6rpert den Radames darstellerisch hoch engagiert und vokal achtbar.&#8222; Michael Kaminski, concerti, 05.09.2023 mit Raphael Bruck (Radames), Giovanni Conti (musikalische Leitung), Dennis Kraus (Inszenierung \/ Kost\u00fcme), Ulrike Aistleitner (Dramaturgie) Foto: Matthias Stutte Theater mit Mut zum Anspruch! Armin Kaumanns, Rheinische Post, 05.09.2023 Stefan Heuckes Kammeroper verl\u00e4ngert Verdis Klassiker ins Heute. Dennis Krau\u00df inszeniert geometrisch intensiv. \u201eDie Weltkriegsbunker sind so etwas wie die Pyramiden von heute.\u201c Wohl auch mit einem Augenzwinkern begr\u00fc\u00dft Bernhard Petz als Hausherr die G\u00e4ste im seinem Bunker G\u00fcdderath zur Premiere und Urauff\u00fchrung von Stefan Heuckes Kammeroper ,,Aida \u2013 der f\u00fcnfte Akt\u201c. Schlie\u00dflich spielt die Geschichte da, wo Giuseppe Verdis Oper aufh\u00f6rt: Aida und Radames, lebendig begraben im Bauch der Pyramide. Es wird ein ber\u00fchrender, ein in seinen Unw\u00e4gbarkeiten, Widerspr\u00fcchen, Ambivalenzen irritierender Abend, der vom Publikum geradezu begeistert aufgenommen wird. Und nat\u00fcrlich tr\u00e4gt die gespenstische Location ihren Teil bei zum intensiven Mit-Erleben der im Grunde hoffnungslosen Geschichte. &#8230; Beide Partien sind schwer. Beide S\u00e4nger sind dauernd auf der B\u00fchne, K\u00f6hnen hat ein wortreiches Libretto verfasst. Dennoch schafft es Heucke als Meister der Vokalkomposition, alles singbar und ausdrucksstark umzusetzen. G\u00fcnschmann wie Bruck gestalten bravour\u00f6s, immer getragen von der umsichtigen und \u00e4u\u00dferst pr\u00e4zisen Leitung von Giovanni Conti. Der junge Kapellmeister dirigiert das im Dunkel sitzende Orchester \u00fcber die K\u00f6pfe der Zuschauer von einer rund 20 Meter gegen\u00fcberliegenden Empore aus. ,,Aida \u2013 der f\u00fcnfte Akt\u201c ist f\u00fcr diesen Raum, f\u00fcr diese S\u00e4nger entstanden. Und hat mit Dennis Krau\u00df einen Regisseur, B\u00fchnenbildner und Ausstatter, der f\u00fcr die extrem fokussierte Spielsituation einen klaren Raum schafft, in dem die Akteure gl\u00e4nzen k\u00f6nnen. [\u2026] Ein widerst\u00e4ndiger Ort, der selbst in seiner fortschreitenden Dekonstruktion f\u00fcr Konflikt, Vers\u00f6hnung, Verzweiflung und Hoffnung stehen kann. [\u2026] Heuckes Kammerspiel r\u00fcckt dem Publikum sehr nah, r\u00e4umlich, akustisch, in seinem Gehalt, der wie nebenbei die gro\u00dfen Fragen der Menschheit und die Verwerfungen unserer Tage thematisiert. Zur Saisoner\u00f6ffnung setzt das Haus von Intendant Michael Grosse ein vernehmliches Zeichen f\u00fcr ein Theater mit Mut zum Anspruch. &nbsp; Zwei ganz hervorragende Darsteller! Markus Lamers, Der Opernfreund, 05.09.2023 Sicherlich kennt jeder Opernfreund Giuseppe Verdis Oper Aida, die damit endet, dass der des Hochverrats beschuldigte Radam\u00e8s unter einem Tempel lebendig begraben wird.&nbsp; Zuvor hatte sich bereits seine Geliebte Aida in die Gruft geschlichen, um hier die letzten Stunden des Lebens gemeinsam mit Radam\u00e8s zu verbringen. Doch was passiert in diesen letzten Stunden vor dem Tod wirklich? Diese Frage besch\u00e4ftigte den Komponisten Stefan Heucke bereits als siebenj\u00e4hriger Junge, nachdem er eine Auff\u00fchrung der Aida in der Stuttgarter Staatsoper besuchte, was gleichzeitig sein erster Opernbesuch \u00fcberhaupt war. [\u2026] Und in der Tat eignet sich die Location sehr gut f\u00fcr diese Geschichte, denn als Zuschauer erlebt man hier einen fast schon immersiven Theaterabend in einer ganz besonderen Atmosph\u00e4re.&nbsp;Das deutsche Libretto stammt von Ralph K\u00f6hnen, dem es gelungen ist, die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren in rund 70 Minuten spannend weiter zu erz\u00e4hlen. Eine Mischung aus Liebe, Zweifel, Hoffnung und Verzweiflung (aufgelockert in der zweiten Szene durch einen kurzen R\u00fcckblick in die Kindheit der beiden) in klaren, teilweise aber auch poetischen Worten, l\u00e4sst den Zuschauer aufmerksam bei der Sache bleiben. Vorteilhaft hierbei auch die gute Textverst\u00e4ndlichkeit durch die Mezzosopranistin Eva Maria G\u00fcnschmann als Aida und dem Bariton Rafael Bruck als Radam\u00e9s. Zwei ganz hervorragende Darsteller, denen es in diesem Fall auch zu Gute kommt, dass diese Oper speziell f\u00fcr ihre Stimmen geschrieben wurde. Das ist musikalisch eindrucksvoll und dem am Ende fast 10min\u00fctigen Beifall allemal wert. Beide sind in dieser Kammeroper zuvor 70 Minuten im Dauereinsatz, denn das Libretto ist schon extrem wortreich angelegt. \u2026 Mit der Urauff\u00fchrung von \u201eAida \u2013 Der f\u00fcnfte Akt\u201c zeigt das vergleichsweise kleine Theater Krefeld-M\u00f6nchengladbach einmal mehr, dass es im Musiktheater auch spannende Abende abseits des \u00fcblichen Repertoire zu entdecken gibt. Hierf\u00fcr geb\u00fchrt allen Verantwortlichen gro\u00dfer Respekt. Ein Besuch der Vorstellung im Bunker G\u00fcdderath ist ein sicherlich nicht allt\u00e4glicher Theaterabend, der lange im Ged\u00e4chtnis bleiben wird. &nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-713","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/eva-guenschmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/713","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/eva-guenschmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/eva-guenschmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eva-guenschmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eva-guenschmann.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=713"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/eva-guenschmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/713\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":741,"href":"https:\/\/eva-guenschmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/713\/revisions\/741"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/eva-guenschmann.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=713"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/eva-guenschmann.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=713"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/eva-guenschmann.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=713"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}